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5 Fragen an PD Dr.
Michael Dickenmann,
Universitätsspital Basel
- Was dürfen Spender und Empfänger von der blutgruppenüberschreitenden Nierentransplantation erwarten?
Der Leidensdruck kann gross sein, wenn ein nierenkranker Mensch an die Dialyse und auf die Warteliste der Organempfänger muss. Seine Mobilität und Lebensqualität sinken, der Gesundheitszustand kann sich verschlechtern, und die Wartezeit für eine neue Niere beträgt oft mehrere Jahre. Das alles ist auch für die Person, die ihm eine Niere spenden möchte, aber aufgrund der Blutgruppen nicht kann, eine enorme Belastung! Die blutgruppenunabhängige Transplantationsmethode beseitigt diese Ohnmacht, dem Krankheitsverlauf zuschauen zu müssen und nicht spenden zu dürfen.
- Worin besteht diese neue Transplantationstechnik?
Die Operation verläuft gleich wie bei jeder Nierentransplantation. Neuartig ist die intensive Vorbereitung:
Vor der Transplantation werden die Antikörper gegen die fremde Blutgruppe des Spenderorgans aus dem Blut des
Empfängers gefiltert. Zusätzlich erhält der Empfänger ein Medikament, das die Bildung neuer Antikörper vermindert. Erst wenn die Abwehrkörper im Blut eine bestimmte Schwelle unterschreiten, kann blutgruppeninkompatibel transplantiert werden.
- Seit wann wenden Sie diese bahnbrechende Technik an?
Im September 2005 haben wir in Basel die erste Transplantation nach der neuen Methode durchgeführt,
inzwischen sind 24 Nierenempfänger auf diese Weise erfolgreich transplantiert worden. Ich sage «wir»,
denn eine Transplantation ist eine Teamleistung: Verschiedenste Spezialisten sind an den medizinischen
Vorbereitungen, an der Operation und an der Nachbehandlung beteiligt. Mit unseren Erfahrungen haben wir
für das neue Verfahren ein Therapieprotokoll entwickelt, das heute bei allen blutgruppenübergreifenden
Nierentransplantationen in der Schweiz zur Anwendung kommt. Denn seit 2006 wird diese Therapie auch in
Zürich, seit 2008 in Genf, 2009 in Bern und seit 2010 in St. Gallen praktiziert.
- Wie kamen Sie zur Methode der blutgruppenübergreifenden Nierenverpflanzung?
In Fachkreisen wusste man natürlich von der neuen Technik. In Japan wurde bereits in den 1980er-Jahren AB0-inkompatibel transplantiert und um die Jahrtausendwende zogen die USA und Schweden nach. Doch erst um 2000 kam der Filter für die selektive Entfernung von Blutgruppenantikörpern, wie wir sie praktizieren, auf den Markt. Die Firma, die ihn produziert, stellte ihn in Basel vor und überzeugte uns. Daraufhin konnte ich mich in den USA und in Stockholm mit der neuen Transplantationstechnik vertraut machen.
- Welche Erfolge und Vorteile hat die AB0-inkompatible Nierentransplantation?
Aufgrund der rasch wachsenden weltweiten Erfahrung mit dieser neuen Methode dürfen wir sagen, dass die Erfolgsrate gleich gut ist wie bei der Transplantation mit übereinstimmenden Blutgruppen. Bislang konnten etwa 30?% aller Menschen, die zu einer Lebendnierenspende bereit waren, aufgrund ihrer Blutgruppe nicht spenden. Mit der neuen Methode können auch sie dazu beitragen, die Warteliste der Organempfänger zu entlasten! Schätzungsweise wird so rund ein Fünftel mehr Transplantationen von Lebendspenden möglich.
Die derzeit kompetenteste Information für Lebendspender/innen samt Interviews von Betroffenen können Sie in 10 Sprachen herunterladen:
- Deutsch – Das Wichtigste zur Lebendnierenspende – PDF-File, 173.4 KB
- Französisch – L’essentiel sur le don de rein de donneur vivant – PDF-File, 172.2 KB
- Italienisch – L’essenziale sulla donazione di rene da donator vivente – PDF-File, 157.2 KB
- Englisch – Key facts about living kidney donation – PDF-File, 160.6 KB
- Albanisch – Faktor‘t kyesor p‘r donacionin‘ e veshkeve t‘ donatorit‘ e ... – PDF-File, 158.7 KB
- Arabisch – المعلومات الأساسية حول منح الكلية من قبل مانح حي – PDF-File, 903.5 KB
- Kroatisch – Klju ˇcni podaci o donaciji bubrega od strane ˇzivog donatora – PDF-File, 194.1 KB
- Russisch – Основные факты о живом донорстве – PDF-File, 553.2 KB
- Serbisch – Klju ˇcni podaci o donaciji bubrega ˇzivog donatora – PDF-File, 185.9 KB
- Türkisch – Canlı böbrek bag˘ ıs˛ ı hakkında bas˛ lıca veriler – PDF-File, 369.8 KB
Dokumentieren Sie Ihren Willen hinsichtlich der Organspende mit dem Spenderausweis:
Zum Ausdrucken und Ausschneiden – PDF-File, 83.7 KB
Leben schenken – (d)eine Niere rettet mich!
Jedes Jahr sterben etwa 50 Menschen in der Schweiz, weil sie nicht rechtzeitig einer Organtransplantation unterzogen werden können. Und es kann jede/n treffen...
Wer einen persönlichen Organspenderausweis auf sich trägt, kann Leben retten! Mit dem Organspenderausweis halten Sie unmissverständlich Ihren Willen fest, ob Sie im Todesfall Organe spenden wollen.
Reneo – Sprachrohr und Austausch
Für Betroffene und Fachleute Reneo ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung der blutgruppenunabhängigen Nierenspende.
Reneo will die Öffentlichkeit erreichen, um ...
... die blutgruppenüberschreitende Nierentransplantation bekannt zu machen und zu propagieren,
... Fragen rund um die Nierentransplantation zu erläutern und Vorbehalte gegen eine Nierenspende abzubauen,
... die Bereitschaft zur Lebendspende oder zur Spende im Todesfall zu fördern und
... auf die Probleme der Menschen mit Niereninsuffizienz sowie der Transplantierten aufmerksam zu machen.
Reneo versteht sich als Partner von Institutionen mit ähnlicher Zielsetzung.
Der Verein Reneo hat seinen Sitz in Basel und pflegt insbesondere die partnerschaftliche Zusammenarbeit
mit der Transplantationsimmunologie und Nephrologie des Universitätsspitals Basel/Universitätskliniken. Präsident von Reneo ist Markus Weisskopf.
Reneo wird privat finanziert, die Mittel werden ausschliesslich für die Vereinsziele aufgewendet.
Haben Sie Fragen rund um die Nierentransplantation und Nierenspende?
Informieren Sie sich direkt bei
reneo
Förderverein für die blutgruppenunabhängige Nierenspende
Spitalstrasse 18
CH-4056 Basel
info@reneo.ch
PC-Konto: 40-295620-0
Informationen finden Sie auch bei diesen Vereinigungen und Institutionen: